{"id":63,"date":"2023-11-01T14:11:00","date_gmt":"2023-11-01T14:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/wptest.shems.org\/?p=63"},"modified":"2023-11-28T22:40:29","modified_gmt":"2023-11-28T22:40:29","slug":"der-monch-bahira","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/shems.org\/index.php\/2023\/11\/01\/der-monch-bahira\/","title":{"rendered":"Der M\u00f6nch Bahira"},"content":{"rendered":"\n<p>Bahira, ein christlicher M\u00f6nch, lebte im 6. Jahrhundert n. Chr. in einer kleinen Kathedrale in Bosra, im S\u00fcdwesten des heutigen Syrien. Sein eigentlicher Name war Sergius und er geh\u00f6rte zum arabischen Stamm der Benu Abdulqays. Bahira war urspr\u00fcnglich ein Angeh\u00f6riger der nestorianischen bzw. assyrischen Kirche. Als Schriftgelehrter hatte er fundierte Kenntnisse \u00fcber den theologischen Wissensstand jener Zeit und kannte dar\u00fcber hinaus wohl auch religi\u00f6se Fragmente aus vergangenen Epochen. So wird \u00fcberliefert, dass er wahrscheinlich auch Zugang zu einigen verschollenen Suhuf gehabt haben soll, also g\u00f6ttliche Offenbarungen, die \u00fcber die bekannten vier g\u00f6ttlichen B\u00fccher hinaus herabgesandt wurden. In diesen hatte er die Zeichen f\u00fcr das Kommen des letzten Gesandten Allahs \ufdfa &nbsp;nahen sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bahira wurde der H\u00e4resie beschuldigt, weil er die g\u00f6ttliche Natur Jesu ablehnte und daran glaubte, dass der Eingottglaube die wahre Botschaft des Propheten Jesus gewesen sei. Er wurde aus der Kirche ausgeschlossen, worauf er sich nach Bosra zur\u00fcckzog und sich fortan dem Studium religi\u00f6ser Schriften widmete.<\/p>\n\n\n\n<p>In der islamischen Geschichtsschreibung nimmt Bahira einen bedeutenden Platz in der fr\u00fchen Prophetenbiografie ein. Sie beginnt, als er bereits einige Jahre in der Kathedrale von Bosra lebte. Das nahegelegene Damaskus war damals ein wichtiger Umschlagplatz f\u00fcr Waren, die von der arabischen Halbinsel kamen und umgekehrt aus dem Rest des Nahen Ostens dorthin bef\u00f6rdert wurden. Die Handelskarawanen rasteten f\u00fcr gew\u00f6hnlich in der N\u00e4he der Kathedrale von Bosra und zogen anschlie\u00dfend zu ihrem Zielort weiter. F\u00fcr gew\u00f6hnlich ignorierte Bahira diese und widmete sich seinen Studien, doch eines Tages bemerkte er eine Karawane, die sich Bosra n\u00e4herte. Ihm war eine Wolke aufgefallen, die sich mit der Karawane mitzubewegen schien und auch weiter \u00fcber sie schwebte, als die Karawane in der N\u00e4he der Kathedrale Halt machte. Es handelte sich um eine Handelskarawane, die von Mekka aufgebrochen war, um ihre Handelsg\u00fcter nach Damaskus zu bringen. Sie wurde von Ebu Talip, dem Onkel des Propheten Muhammed (saw) gef\u00fchrt. Ebu Talip hatte seinen verwaisten Neffen Muhammed \ufdfa, der gerade erst zw\u00f6lf Jahre alt war, auf dessen Wunsch hin mitgenommen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Bahira sandte einen Boten zur Karawane und lud alle zum Essen ein. Etwas verdutzt nahmen Ebu Talip und seine Begleiter die Einladung an. Sie waren verwundert, denn sie hatten schon \u00f6fter hier gerastet, doch es war das erste Mal, dass sie von den M\u00f6nchen eingeladen wurden. Sie lie\u00dfen den kleinen Muhammed \ufdfa bei der Karawane zur\u00fcck und begaben sich in die Kathedrale. Als Bahira jedoch bemerkte, dass jemand fehlt, bat er darum, dass alle kommen sollten. Und so kam es, dass auch Muhammeds \ufdfa sich zu ihnen begab.<\/p>\n\n\n\n<p>Bahira interessierte sich sehr f\u00fcr den Jungen. Er stellte ihm mehrere Fragen und sah sich eingehend das Prophetenmal an, das sich zwischen den Schulterbl\u00e4ttern Muhammeds \ufdfa befand. Anschlie\u00dfend befragte er Ebu Talip zu seinem Neffen. Als er schlie\u00dflich erfuhr, dass es sich bei Muhammed \ufdfa um einen Vollwaisen handelte, wies Bahira Ebu Talip an, sich gut um seinen Neffen zu k\u00fcmmern und ihn vor Leuten zu sch\u00fctzen, die ihm feindselig gesinnt sein k\u00f6nnten. Ebu Talip setzte daraufhin seine Reise fort und beeilte sich, um seinen Neffen schnellstm\u00f6glich wieder zur\u00fcck nach Mekka zu bringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bahira, der bereits seit Jahren die alten Fragmente mit den Zeichen f\u00fcr das Kommen des letzten Gesandten studierte, hatte in dem Jungen aus Mekka die Erf\u00fcllung der verk\u00fcndeten Prophezeiungen erkannt. &nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bahira, ein christlicher M\u00f6nch, lebte im 6. Jahrhundert n. Chr. in einer kleinen Kathedrale in Bosra, im S\u00fcdwesten des heutigen Syrien. Sein eigentlicher Name war Sergius und er geh\u00f6rte zum arabischen Stamm der Benu Abdulqays. 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